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Bitcoin-Halving: Folgt der Bitcoin-Preis dem vierjährigen Halbierungszyklus?

von Alexander Mayer, am Dienstag, 6.8.2019

Nachdem der Bitcoin einige Monate im „Kryptowinter“ verbracht hat, ist das digitale Zahlinstrument passender Weise im Frühling 2019 wieder zu neuem Leben erwacht und begeisterte jüngst mit einem Kurssprung von über 20 Prozent. Die Art und Weise, wie der Preis der Kryptowährung zustande kommt, ist für viele Marktteilnehmer jedoch bis heute ein Rätsel. Da dem Bitcoin weder ein physischer, noch von irgendeiner institutionellen Seite vorgegebener Wert zugrunde liegt, ist ihm eine in weiten Teilen zügellose Volatilität praktisch in die Wiege gelegt worden. Der Preis auf den, teilweise immer noch gänzlich unregulierten, Krypto-Handelsbörsen ergibt sich nur aus Angebot und Nachfrage.

Was beeinflusst den BTC-Preis?

Große Faktoren bei der Preisbildung sind zum einen die immer noch geringe Größe des Marktes: Große Mengen der derzeit 17,6 Millionen im Umlauf befindlichen Coins befinden sich im Besitz weniger Individuen. Dadurch können diese Marktteilnehmer durch große Abverkäufe starken Einfluss auf den Preis nehmen.

Auch das Short- oder Long-Traden von Bitcoin spielt eine Rolle, da es auf technischer Ebene wesentlich einfacher auszuführen ist, als in den traditionellen Finanzmärkten. Bei psychologisch wichtigen Preis-Levels sind oft große Mengen automatischer Kaufs- oder Verkaufsorder gesetzt, die bei erreichen des Levels eine große Welle in die eine oder andere Richtung auslösen können. So vermutlich auch beim Kurssprung Anfang April 2019.

Auch die Miner, also die Teilnehmer der Bitcoin-Blockchain, die die Transaktionen verifizieren und dafür Bitcoins als Entlohnung erhalten, haben Einfluss auf den BTC-Preis. Sie verkaufen in regelmäßigen Abständen ihre „geschürften“ Bitcoins, um die Betriebskosten zu decken und um Gewinne einzufahren. Dieser Punkt spielt auch bei einer übergeordneten Preistheorie zum Bitcoin eine Rolle

Der vierjährige Halbierungszyklus - Drittes Halving im Mai 2020

Der Bitcoin ist in seinem technischen Fundament so designt, dass es maximal 21 Millionen Bitcoin-Einheiten geben wird. Das funktioniert folgendermaßen: Die Transaktionen, die auf der Bitcoin-Blockchain abgewickelt werden, werden in Informationsblöcken dezentral und unveränderbar abgespeichert. Dies passiert über die sogenannten „Miner“. Das sind Teilnehmer der Bitcoin-Blockchain, die Rechenkapazität in Form von leistungsfähigen Servern zur Verfügung stellen, die die Transaktionen aufzeichnen und in den Blöcken abspeichern. Als Belohnung für diese Arbeit bekommt der jeweilige Miner, der den aktuellsten Block erzeugt hat, eine bestimmte Menge an Bitcoin. Dies soll als Anreiz dienen, damit die Blockchain am Leben gehalten wird.

Ursprünglich waren das 50 Bitcoin-Einheiten pro Block. Damit die maximale Obergrenze von 21 Millionen Stück erreicht wird, findet alle 210.000 Blöcke eine Halbierung der Ausschüttung statt. Die Erzeugung eines Blocks dauert immer annähernd 10 Minuten. Das ist ebenfalls technisch so festgelegt. Somit ergibt sich, dass alle 4 Jahre die Menge an erzeugten Bitcoins reduziert wird. Es hat bereits 2 dieser sogenannten „Halvings“ gegeben, das erste fand im November 2012 statt (50 BTC -> 25 BTC), das zweite im Juli 2016 (25 BTC -> 12,5 BTC) und das dritte wird im Mai 2020 stattfinden und die Menge auf 6,25 BTC reduzieren. Die Menge von annährend 21 Millionen Bitcoins wird ungefähr im Jahr 2140 erreicht sein.

Zyklus-Analyse: Mit welchem Vorlauf preisen die BTC-Kurse das nächste Halving ein?

Was bedeutet das aus preislicher Sicht? Die Menge an neu verfügbaren Bitcoin-Einheiten wird auf einen Schlag deutlich reduziert. Die Miner bringen somit weniger Coins auf den Markt und sind somit auch die erste Partei, die ein Interesse daran hat, dass der Preis der BTC ansteigt, damit das Mining weiterhin profitabel bleibt. Generell gilt die Regel: Wenn die Verfügbarkeit einer Ressource eingeschränkt wird, die Nachfrage aber gleichbleibt, oder sogar steigt, dann erhöht sich auch der Preis. Die Frage ist, wie sich das beim Bitcoin verhält. Entscheidend ist, was für mehr Nachfrage sorgen könnte. Die Antwort darauf ist: Technische Adaption und Weiterentwicklung. Je besser der Bitcoin technisch für seinen Daseinszweck geeignet ist, eine dezentrale und sichere Währung zu sein, desto höher wird auch die Nachfrage sein, da immer mehr Leute ihn benutzen wollen.

Der Kurs ist nach der Entstehung des Bitcoin und jeweils gut ein Jahr vor dem anstehenden Halving in die Phase eines massiven Bullenmarktes eingetreten (im Chart grün hervorgehoben), der seinen Peak etwa ein Jahr danach gefunden hat. Das lässt viele Marktbeobachter darauf schließen, dass auch vor dem nächsten Halving eine ähnliche Preisbewegung in Gang gesetzt wird. Die blau markierten Felder kennzeichnen eine preisliche Konsolidierungsphase, die immer nach dem Bärenmarkt (im Chart rot markiert) eingesetzt hat und in der der BTC-Preis sich unter vergleichsweise geringer Volatilität in einem flachen Preiskorridor bewegt hat. Sollte sich der BTC-Preis wirklich an dem Halving-Zyklus orientieren, wäre als nächstes wieder eine bullische Phase an der Reihe.

Technologische Weiterentwicklung als Hauptkriterium

Natürlich ist dieser rein technische Vorgang nur ein Einflussfaktor von vielen. Wie bereits oben erwähnt, ist die weitere Adaption des Bitcoin als Finanzinstrument essenziell für seinen Erfolg. Einhergehend mit der bisherigen Preisentwicklung waren auch immer technologische Verbesserungen am Bitcoin-Protokoll, wie beispielsweise das „SegWit-Update“, dass für eine höhere Speicherkapazität von Transaktionen innerhalb der einzelnen Blöcke gesorgt hat, oder das „Lightning-Network“, welches eine Erweiterung der Bitcoin-Blockchain darstellt und schnellere Transaktions-Kanäle ermöglicht. Ohne die weitere Adaption des Bitcoin hin zum alltäglichen Gebrauch wird auch eine Halbierung der neu in den Handel geworfenen Bitcoin-Menge langfristig voraussichtlich keinen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung haben.

Der einzige Faktor, der abgesehen von der technischen Weiterentwicklung eine Auswirkung haben könnte, ist ein unerwartetes Ereignis, wie beispielsweise eine Finanzkrise, ähnlich der von 2008, die dazu führt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin als Wertspeicher attraktiver werden. Die äußerst negative wirtschaftliche Entwicklung beispielsweise in Venezuela oder der Türkei und die damit einhergehende erhöhte Nachfrage nach Bitcoin in diesen Ländern ist ein Beispiel für eine solche Entwicklung, jedoch kein Garant für eine Wertsteigerung.

Die immer noch größtenteils ungeklärte Frage der Regulierung von Kryptowährungen oder ein bisher nicht entdeckter technischer Fehler im Konzept von Bitcoin und Co. könnte genausogut zu einem jähen Totalverlust des Werts führen. Selbst wenn sich der Preis an dem Halving-Zyklus orientieren sollte, würde er sich vermutlich dennoch den genannten Argumenten bei ihrem Eintreten unterordnen.

Von Alexander Mayer

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Titelfoto: Travis Wolfe / Shutterstock.com

Themen:BitcoinKryptowährung

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