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Durchgelesen: Flash Boys – Revolte an der Wall Street

von Apostolos Tsiter, am Donnerstag, 8.10.2015

flash boys

Bücher zum Thema Wirtschaft, Finanzen und Börse gibt es zuhauf. Selten aber entfaltet ein Buch eine solche Wucht wie Flash Boys – Revolte an der Wall Street.

Darum geht es: Der Ex-Investmentbanker Michael Lewis erzählt in seinem Buch die Geschichte einer kleinen Gruppe von Wall-Street-Außenseitern, die herausgefunden haben, wie die Börse zum Vorteil von Insidern manipuliert wird.

Die beste Stelle: Flash Boys beginnt mit der Geschichte eines Kabels. Ein Glasfaserkabel, 1331 Kilometer lang, im Boden verlegt, in gerader Linie zwischen Chicago und New Jersey. Unspektakulär. Doch für den Börsenhandel war das Kabel „der größte Knall, den die Branche seit langem erlebt hat.“ Auf den folgenden rund 250 Seiten erklärt Autor Michael Lewis, warum dieses Kabel, warum Zeitvorteile von Millionstelsekunden und warum kleine, unbekannte Firmen von so großer Bedeutung für den Börsenhandel sind.

Die hellste Erkenntnis: Börsenhandel heute hat nichts mehr mit schreienden und fuchtelnden Männern auf dem Börsenparkett zu tun. Den meisten Menschen ist das mittlerweile klar. Börsenhandel heute hat aber auch nur eingeschränkt etwas mit Börsenhändlern zu tun, die in Bürogebäuden sitzen, auf Computermonitore starren und mit einem Mausklick Milliarden um die Finanzwelt schicken. Börsenhandel heute, das sind häufig Computerprogramme, die automatisiert im Verborgenen laufen und von denen selbst die meisten Börsenhändler nicht sagen können, was genau sie eigentlich tun.

Die größte Verwirrung: Market-Order, Limit-Order, GTC-Order, Post-only-Order, Hide-not-slide-Order. Für den Handel an Börsen gibt es rund 150 unterschiedliche Ordertypen. Das klingt nicht nur verwirrend, das soll so sein. Mancher dieser Ordertypen gibt es offenbar nur, um Hochfrequenzhändlern einen versteckten Vorteil zu verschaffen. Das Buch versucht das Order-Dickicht zu entwirren. Einfach ist das nicht.

Dafür gibt es Pluspunkte: Die klügsten Köpfe der Wall Street haben Jahre gebraucht, um die Mechanismen des Hochfrequenzhandels zu durchschauen. Autor Michael Lewis gelingt es, das komplizierte Börsengeschehen selbst für Laien verständlich zu schildern.

Das bleibt: Geschwindigkeit ist Geld. Je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Geld lässt sich an der Börse verdienen. Flash Trader, die Hochfrequenzhändler, sind am schnellsten. Sie nutzen Zeitvorteile von Bruchteilen von Millisekunden um Gewinne zu machen – Gewinne, die zu Lasten normaler Investoren gehen. Es ist unfairer Vorteil, eine Manipulation des Marktes, die aber meist unbemerkt bleibt, weil sie im Verborgenen stattfindet und es kaum möglich ist herauszufinden, was an der Börse tatsächlich passiert.

Flash Boys – Revolte an der Wall Street
von Michael Lewis
Campus Verlag
April 2014
288 Seiten
24,99 Euro (Gebundene Ausgabe)

Themen:FinanzweltBücherecke

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