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von Kategorie: Finanzwelt

Bullenfalle: Wenn falsche Entscheidungen Geld kosten

bullenfalle

Huch, was ist denn das passiert? Alles sah so rosig aus, an diesem Dienstagmorgen. Nach dem langen Wochenende hatte der Dax offenbar Nachholbedarf. Zum Auftakt in den Handel kletterte der deutsche Leitindex deutlich über den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. In der Spitze ging es hinauf bis auf 11.920 Zähler, die 12.000er Marke war greifbar nahe.

Und dann das:

Innerhalb weniger Minuten rauschte der Dax in den Keller. Um 9:05 Uhr hatte der Index noch bei rund 11.900 Punkten gestanden, um 9:30 Uhr waren es nur noch 11.737, um 9:45 Uhr war er auf 11.685 gefallen und erholte sich nicht mehr.

So sah der Handelsverlauf an diesem 26. Mai aus:

Dax-Chart am 26. Mai 2015

Nach dem gelungenen Start in den Tag musste der Dax einen Verlust von über 200 Zähler hinnehmen – und das in nicht einmal einer Dreiviertelstunde. Plötzlich waberte ein Wort durch die Börsenberichte: Bullenfalle.

Bullenfalle?

Selbst wer nur gelegentlich das Geschehen an der Börse verfolgt, wird schon mal was von Bullen und Bären gehört haben. Beide Tierchen stehen irgendwie mit steigenden und fallenden Kursen in Verbindung. Um es genau zu wissen, hilft meist ein Blick in die Wikipedia:

Die Börse unterscheidet zwischen Bären- und Bullenmarkt. Der Bär setzt auf einen erwarteten Kursabfall – er ist pessimistisch. Er macht sein Geld durch Skepsis und Unglauben, spekuliert auf Baisse oder kauft Verkaufsoptionen. Ein Bärenmarkt geht bergab. Der Bulle ist das Gegenteil – er ist optimistisch. Er kauft in der Hoffnung auf Aufschwung.

Damit wäre die Rolle von Bullen und Bären an der Börse zwar geklärt.

Doch was ist ein Bullenfalle?

Als erste Anlaufstelle taugt erneut Wikipedia:

Der Begriff Bullenfalle beschreibt eine Kursentwicklung, die Investoren zu der Annahme verleitet, dass die Kurse nun weiter steigen. Sie kaufen Wertpapiere und nach einem kurzen Anstieg fallen die Preise dann jedoch wieder.

Von einer Bullenfalle ist also die Rede, wenn Anleger die Signale am Markt falsch interpretieren. Beispielsweise könnten Anleger durch ihre technischen Chart-Analysen einen weiteren Anstieg der Kurse erwarten. Möglicherweise versetzt auch schlicht die aktuelle Kursentwicklung die Anleger in den Glauben, es ginge am Markt nun aufwärts – so wie es an diesem Dienstagmorgen zu beobachten war.

Damit ist die Falle gelegt. In der Hoffnung auf weiter anziehende Kurse greifen Anleger zu, schließlich sieht alles nach einem schönen Aufwärtstrend aus. Doch plötzlich dreht sich der Markt, die Kurse fallen wieder, der Anstieg war nur ein kleines Zwischenhoch – und die Bullen sind in die Falle getappt. Das tut weh.

Um die Schmerzen zu lindern, versuchen Anleger sich möglichst rasch aus der Falle zu befreien. Sie verkaufen ihre Papiere wieder – und verstärken damit die Abwärtsbewegung. Die Bullenfalle ist perfekt.

Eine Bärenfalle, das sei zum Abschluss erwähnt, gibt es natürlich auch. Sie steht für die genau gegensätzliche Bewegung: kurz fallende und anschließend wieder steigende Kurse.

 Foto: Rob Wilson/shutterstock.com

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